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05 Okt

Wahrsagende Dämonen

BY: shambhala

In der Entwicklung der Zukunftsdeutung hat die Vorstellung von Dämonen schon immer eine Rolle gespielt. Die Dämonologie kennt einige astrale Individuen, denen wahrsagerische Fähigkeiten zugesprochen werden.

Was sind Dämonen?

Es ist gar nicht so leicht zu definieren, was eigentlich Dämonen sind. Viele Informationen aus dem esoterischen Wissensgebiet der Dämonologie entspringen der Feder der Kirche. Man kann sich denken, dass Dämonen in diesen Schriften als böse betrachtet werden. Dennoch sind die Texte sehr informativ und vervollständigen das Bild über diese höchst umstrittenen Wesenheiten.
Aus der mittelalterlichen Sicht der katholischen Kirche gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Dämonen und Engel.

Engel Dämonen
existieren auf feinstofflicher Ebene existieren auf feinstofflicher Ebene
haben keinen materiellen Körper haben keinen materiellen Körper
gut böse
bestehen aus reinen Elementen bestehen aus teilweise verunreinigten Elementen
können kein Leid empfinden können feinstoffliches, nicht-körperliches Leid empfinden
helfen uneigennützig helfen höchstens eigennützig
man kann ihnen vertrauen man sollte ihnen lieber nicht vertrauen

Die Kirche betrachtet Dämonen in ihren alten Schriften als gefallene Engel. In diesen Aufzeichnungen ist auch davon die Rede, dass Dämonen die Zukunft kennen. Ihr Talent zur Divination wird zum Teil auf ihr oft biblisches Alter zurückgeführt. Aufgrund ihrer Lebenserfahrung, manche sind sie viele hundert oder tausend Jahre alt, können sie die Zeichen der Gegenwart deuten und das Kommende präzise voraussagen. Hier sieht man, dass die Deutung der Zukunft nicht nur mit hellsichtigen Fähigkeiten zu tun haben muss, sondern auch mit Vernunft und Beobachtung.

Gut und Böse

Gesicht eines Dämons

Eine fast philosophische Frage ist jene nach der Unterteilung in Gut und Böse. Macht man es sich zu einfach, sämtliche Dämonen pauschal als böse zu verurteilen?

In antiken Zeiten stand man diesen Wesenheiten offener gegenüber. Der frühere “Daimon” stand vom Sprachgebrauch her dem menschlichen Genius, der zündenden Idee und der Inspiration sehr nahe.
Da das Wahrsagen in der Antike Hochkonjunktur hatte, wurden die astralen Wesen mit Sicherheit oft angerufen, um ihnen Geheimnisse aus der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu entlocken.
Außerdem ist zu beobachten, dass antike Gottheiten mit dem Verstreichen der Jahrhunderte und Jahrtausende zunehmend dämonischer wahrgenommen wurden. Ein Beispiel hierfür ist die babylonische Göttin Ischtar. Diese verkörperte einst das Gute, das Leben und die Mütterlichkeit. Sie gehörte zu den Älteren Götter und bekämpfte mit ihren Weggefährten die Großen Alten Götter, deren Ziel es war, das Chaos über das Universum zurückzubringen und die Menschheit auszulöschen.
Doch mit der Zeit wurde aus Ischtar Astarte und später Astaroth, ein Schatzmeister der Hölle. Astaroth wird in der Goetia, dem sogenannten “Kleineren Schlüssel Salomonis” geführt. Das ist eine Auflistung von Wesenheiten, die über deren Fähigkeiten und Titel informiert, sowie Informationen gibt, wann und wie sie am besten gerufen werden.

Solche Betrachtungen zeigen, dass Dämonen nicht durch und durch böse sein müssen. Und schon gleich gar nicht chaotisch. Man kann sich anscheinend auf ihr Wort weitgehend verlassen. Einige weisen auch hilfsbereite und mildtätige Eigenschaften auf.
Letztendlich sind auch gefallene Engel und Gottheiten Individuen. Sie haben einen eigenen Charakter und halten es wohl im Einzelfall für richtig, das Licht der guten Handlung selbst an den düstersten Orten scheinen zu lassen. Trotzdem dürfte diese Handlung willkürlich und aus freien Stücken oder einer Laune heraus erfolgen. Während man sich auf die Güte eines Engels verlassen kann, lässt sich annehmen, dass Dämonen keinen oder höchstens selbst gestalteten Regeln unterworfen sind.

Warum man besser keine astralen Wesen anrufen sollte

Die Dämonologie kann sehr verlockend wirken, vor allem wenn man Ziele erreichen möchte, die gerade nur schwer realisierbar sind. In den Büchern werden Rituale beschrieben, mit denen es unter Umständen gelingen soll, diese Wesenheiten zu rufen und um Gefallen zu bitten. Das kann eine Information aus der Zukunft sein, Unterstützung bei geschäftlichen Angelegenheiten, geheimes Wissen. Vielleicht will man auch das Herz eines Menschen erobern.
Selbst wenn es mit der Evokation klappen sollte, was kaum vorstellbar ist, bedeutet es nicht, dass die mächtige Entität am anderen Ende der Leitung nur darauf gewartet hat, endlich von einem Menschen Bitten oder gar Befehle zu erhalten. So sind beispielsweise die Dämonen aus der Goetia es gewohnt, selbst Befehle zu erteilen. Gut möglich, dass man stört oder einfach nicht die Reife besitzt, um einem Schatzmeister der Hölle nach der Zukunft zu fragen oder um Gold zu bitten.

Die Esoterik bietet viele Wege, bei der Selbstverwirklichung, beim wahrsagen oder der Wunscherfüllung weiterzuhelfen. Wer eine Jahrhunderte alte Erfahrung braucht, um die Zukunft vorherzusehen, kann sich auch an Tarotexperten werden. Bei der Wunscherfüllung helfen unter anderem Bücher oder Lebensberater weiter. Und wer wissen möchte, ob man noch mal Chancen bei dem Expartner hat, könnte diesen auch direkt fragen. Eine Auseinandersetzung mit der Dämonologie kann spannend sein und geschichtlich interessant. Effektive Unterstützung bei der persönlichen Entfaltung erhält man dadurch eher nicht.


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