Esoterik
Die Esoterik ist Wissenschaft und Glaubensform in einem. Obwohl sie vorwiegend im Abendland entstanden ist, wurde sie auch stark von fernöstlicher Philosophie beeinflusst. Und vom Erfolgsdenken des modernen Menschen.
Was ist Esoterik?
Wenn wir in unserem Kulturkreis von Esoterik sprechen, meinen wir meist ein eher modernes spirituelles Wissensgebiet, das viele unterschiedliche Aspekte beinhaltet.
Zur Esoterik zählen weitverbreitete Bereiche wie die Astrologie oder Theorien um das positive Denken. Tarot, Kabbala, Feng-Shui, Yoga, Tai Chi und Alchimie gehören ebenso zur Esoterik wie beispielsweise die Lehre von Engeln, Dämonen und Geistern.
Es dürfte klar sein, dass nicht jeder Mensch alle diese esoterischen Aspekte aufnimmt. Vielmehr stellen sich Interessierte ein eigenes Weltbild zusammen, das ihnen plausibel und einleuchtend vorkommt. Dieses Weltbild verändert sich, da auch der esoterisch offene Mensch meist einen Wandlungs- und Entwicklungsprozess durchlebt.

Geschichte der Esoterik
Die Symbole und Philosophien der Esoterik sind manchmal so alt wie die das geschriebene Wort. Dabei übte die babylonische Mythologie ebenso ihren Einfluss aus wie die Götter der Antike oder die Vorstellungen aus der Alchimie.
Das Christentum prägte die Esoterik ebenfalls sehr stark. Man denke an die Artus Saga und den Heiligen Gral, in dem das Blute Christi floss. Das ist nicht verwunderlich, da diese Wissenschaft ihre Wurzeln im Abendland hat. Um so erstaunlicher wirkt es vielleicht, dass asiatische Weltbilder in sehr starkem Umfang mit eingeflossen sind. Damit sind vor allem das Yoga und die Lehren Buddhas gemeint.
Von Rosenkreuzern, Psychologen und Literaturnobelpreisträgern
Geheimbünde, Logen, Orden. Diese sind aus der Esoterik nicht mehr wegzudenken. Ein Grund hierfür liegt mit Sicherheit in der Kirche, die vor allem in früheren Zeiten keine anderen spirituellen Erklärungsansätze neben dem christlichen Glauben duldete. Zu Zeiten der Inquisition wurden sogar Enteignung, Mord und Folter gegen vermeintliche Hexen oder angeblich vom Teufel Besessene eingesetzt. So mussten sich freie Sinnsuchende in Logen und Geheimbünden organisieren, um an Teile jenes spirituellen Wissens zu kommen, das sich heutzutage unter dem Oberbegriff Esoterik zusammenfassen lässt.
Als der Einfluss der Kirche zunehmend nachließ, erlebte die Esoterik einen regelrechten Boom. In so manchen Kreisen galt es um die Jahrhundertwende als fortschrittlich, einer Freimaurerloge anzugehören oder beispielsweise die Werke Madame Blavatskys in der Bibliothek stehen zu haben.
Man denke an den prominenten Magier und Rosenkreuzer Alleister Crowley, den man vor allem mit dem Ordo Templis Orientalis in Verbindung bringt. Auch die Werke des Nobelpreisträgers Hermann Hesse werden vermutlich nur deshalb nicht in die esoterische Schublade gesteckt, weil sie zufällig von großem literarischen Wert sind.
Sigmund Freud entdeckte in diesen Dekaden das Unterbewusstsein und sein Zeitgenosse Carl Gustav Jung erforschte das Transzendentale. In seinen gesammelten Werken widmete der Schweizer Arzt und Psychologe der Alchimie sogar einen gesamten Band.
Hippies, New Age und Erfolgsdenken
Während die esoterische Wissenschaft früher größtenteils intellektuellen oder gar geheimen Kreisen vorbehalten war, wurde diese in der Nachkriegszeit praktisch demokratisiert.
Die Kulturrevolution der 68er trug dazu sehr viel bei. Die Demokratisierung der Bildung wie auch das Streben nach Erweiterung des Bewusstseins sorgten dafür, dass immer mehr Menschen spirituelle Sinnfragen außerhalb der konventionellen Religionen suchten. Zunehmendes Karriere- und Erfolgsdenken, wie es vor allem in den 80er Jahren aufkam, weckte das Interesse einer immer breiteren Bevölkerungsschicht. Schließlich ist es ungemein verlockend, sein Leben dank spiritueller oder mentaler Methoden positiver, erfolgreicher und auch wohlhabender zu gestalten.
Wer sich heutzutage das breite Angebot an esoterischer Literatur ansieht, erkennt die Vielfalt spirituellen Wissens. Neben Theorie werden auch praktische Lösungsansätze angeboten.
Das können Anleitungen zur Meditation oder magische Beschwörungen sein, neurolinguistische Techniken oder christliche Gebete. Der Interessierte ist frei zu entscheiden, welchen Weg er gehen möchte. Und bis zu welchem Punkt er diesen beschreitet.







